Die Presse über Reim und Raus

Grandios: Ody, Dunkel & Giloi
"Reim und Raus'', ein Großereignis der Kleinkunst auf dem Theaterschiff
Saarbrücken. Großartig. Mehr möchte man eigentlich gar nicht sagen zu diesem im wahrsten Sinne des Wortes tierisch guten Liederabend und schlicht empfehlen: Hingehen, verquere Frühlingsgefühle entwickeln, Tränen lachen und heulen. Und sich fragen, wie dieser fabelhafte Ody alias Gregor Köhne es schafft, in seinen Gedichten mit rabenschwarzem Humor Köter und langweiliges Ehegespons um die Ecke zu bringen und gleichzeitig so wahrhaftig und anrührend von Liebe und vom Sterben zu reden, dass einem das Wasser im Auge steht.
Ein echter Glücksfall
Bei "Reim und Raus", das am Samstag auf dem Theaterschiff Maria-Helena Premiere feierte, teilt er sich die Bühne mit Barbara Dunkel und Wolf Giloi - ein echter Glücksfall, eben weil das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit unterschiedliche Emotionen weckt und dabei so völlig unprätentiös und gefühlsunduselig daherkommt. Dieser Abend hat alles: bitterböse Überraschungs-Pointen, unverkitschte Liebeslyrik und hemmungslos komische (Schüttel-) Reime, die ihren Autor als legitimen Nachfolger von Busch, Morgenstern, Ringelnatz und Erhardt ausweisen. Eine wunderbare Sängerin, die für jede Stimmung den richtigen Ton findet und ihr komödiantisches Talent ausspielen darf; grandios etwa Barbara Dunkels Kür als Eiskunstlauf-Reporterin. Einen klasse Pianisten, der mitalbert und Odys Poesie kongenial vertont hat. Und einen Dichter, der mit seiner trockenen Vortragsart jegliches Pathos im Keim erstickt. Grandios. Hingehen!(Saarbrücker Zeitung / KeK / 09.05.2011)

 

Weitere Presse-Ausschnitte

„Schon als Mädel war ich immer so erregt…“ man glaubt es der Sängerin auf’s Wort,
denn die Rolle der Kapriziösen, dicht an der Grenze zur Hysterie, liegt Barbara Dunkel am besten. Kokett, mit gespitzten Lippen und blitzenden Augen, schlängelt sie sich durchs Publikum, um im nächsten Moment als russisches Mütterchen am Klavier zu lehnen. Oder fast regungslos am Mikro zu stehen und im restlos ausverkauften Saal dann doch spannungsvolle Intimität aufkommen zu lassen.(...)
Gelungen ist diese Mischung aus Frivolem, Kabarettistischem, Nachdenklichem, aus charmant-traurigen Chansons, Lebensweisheiten und überschwenglicher Komik: Lieder und Texte von Kreisler, Weill, Hollaender, von Kästner und Van Veen, unbekanntere Songs von Rudolf Nelson und Michael Hoffmann. (...)
Fersengeld gibt diesem Energiebündel höchstens noch das temperamentvolle Tastenspiel von Wolf Giloi, der weit mehr ist als nur „der Mann am Klavier“. (...)
So darf Giloi nicht nur zwischendurch zum Akkordeon wechseln, sondern mitunter auch eine wohlklingend sonore Titelpartie singen. Und zur Gaudi des Publikums zum Schluss noch die aphrodisierende Wirkung des Jodlers demonstrieren. Komik und musikalische Virtuosität vereinen sich selten so gekonnt wie im Paarlauf von Giloi und Dunkel.“